Geschichte Bräuche Orte Figuren Hintergrund Glossar Termine Herstellung Gedanken Zeitschrift Forum Links

Wann ist Fasnet?

von Wulf Wager

Der Termin der Fastnacht, also des Fasnetsdienstag hängt vom Termin des Aschermittwoch und damit zwingend vom Ostertermin ab. Im Konzil von Nizäa 325 n. Chr. wurde festgelegt, dass der Ostersonntag auf den ersten Sonntag nach dem Frühlingsvollmond fällt. Der Ostersonntag kann daher zwischen dem 22. März und dem 25. April variieren. Vor Ostern setzt die katholische Kirche ein 40-tägige Fastenzeit als Erinnerung an die an die 40-tägige Fastenzeit Jesus Christus in der Wüste. Das Fest vor der Fastenzeit, die Fastnacht, also die Nacht vor dem Fasten entwickelte sich im Laufe der Jahrhunderte zu dem, was wir heute als Fastnacht oder Fasnet kennen.
Der Aschermittwoch ist also eigentlich 40 Tage vor Ostern. Aber auf der Synode von Benevent 1091 nahm man die Sonntage als Gedächtnistage der Auferstehung Christi - sozusagen als kleine Osterfeste – aus der Fastenzeit aus. Damit verlängerte sich die Fastenzeit auf 47 Tage (bzw. 48 Tage in Schaltjahren). Für den Fasnetsdienstag, der 47 Tage vor dem Ostersonntag gefeiert wird, ist somit der 3. Februar der früheste und der 9. März der späteste denkbare Termin. Ursprünglich begann die Fastenzeit nach dem Sonntag „Ivocavit“. In manchen Gegenden der Schweiz feiert man noch heute zu diesem Termin Fastnacht, die „alte Fastnacht“.
Bei uns jedoch beginnt die Fastenzeit am Mittwoch nach dem Sonntag „Estomihi“, dem jetzigen Aschermittwoch.

Hier die Fasnets-Dienstag-Termine für die nächsten Jahre:

8. März 2011
21. Februar 2012
12. Februar 2013

In den protestantischen Gegenden Württembergs wurde das „heidnische“ Treiben durch die Reformation abgeschafft. In den katholischen Gegenden aber gehört die „fünfte Jahreszeit“ zum festen Bestandteil des christlichen Jahreslaufes. So steht die Fasnetszeit in engem Zusammenhang mit der vorösterlichen Fastenzeit. Die „Fastnacht“ als Schwellenfest vor der strengen Fastenzeit, in der alle fleischlichen Genüsse - durchaus im doppeldeutigen Sinn - verboten waren, bot den Anlass zu einem ausschweifenden Fest, bei dem alle in der Fastenzeit verbotenen, verderblichen Lebensmittel aufgebraucht wurden. Es wurde geschlachtet und in Fett gebacken. Daher hat der „Schmotzige Donnerstag“ seinen Namen (Fett = schwäbisch „Schmotz“). An diesem Tag werden traditionell die Fasnetsküchle gebacken und verschenkt.
Querverweise
nach oben

Impressum