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Narrenmesse, Konstanz 20.02.2000, Münster Unser Lieben Frau

Vorspann in SWR 4:

Kirche und Fasnacht, ein ungewohntes Paar, und doch haben sie, der Blick in die Geschichte zeigt es, durchaus etwas miteinander zu tun. Fasnacht, das waren die Tage vor der Fastenzeit, in denen man noch einmal nach Kräften gegessen, getrunken und gefeiert hat. Anfangs stand die Kirche diesem Treiben meist tolerant gegenüber, doch ab etwa 1500 begannen Fasnacht und Fastenzeit zu Gegensätzen zu werden. "Der Teufel hat solch Spiel erdacht" schreibt der Basler Sebastian Brant in seinem Buch "Narrenschiff". Fasnacht gehört dem Teufel, die Fastenzeit führt hin zu Gott. Und doch, beide kommen nicht voneinander los, z.B. wurden über lange Zeit Masken und Kostüme gemeinsam benutzt, so lieh man Fasnachtsverkleidungen aus den Requisitenkammern der Kirchen aus, dieselbe Teufelsmaske tat dann Dienst im kirchlichen Mysterienspiel und in der Fasnacht.

Auch die Gestalt des Narren ist religiösen Ursprungs. Die ersten Narrenbilder gab es in Bibelhandschriften, und zwar fand man sie dort am Anfang des Psalms 52, da heißt es nämlich: "Der Narr sprach in seinem Herzen: es gibt keinen Gott".In diesen illustrierten Bibelhandschriften wurde dann der Narr ausgestattet mit Eselsohren, Szepter, Hahnenkamm und Schellen. In Zeiten, als man die Fasnachtstage als eine Zeit der Gottferne sah, wurde dann der Narr zu einem Symbol der Fasnacht.














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