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Aschermittwoch oder Wenn die Narren Trauer tragen
Peter Haller

"Aschermittwoch", das ist ein Tag, den so mancher Narr am liebsten aus seinem Kalender streichen würde. Vielen geht es an diesem Tag verständlicherweise nicht allzu gut, ob psychisch oder physisch. Aus dem siebten Narrenhimmel stürzen sie unvermittelt zurück auf den harten Boden der Realität eines mehr oder weniger grauen Alltags. Und wenn man auch froh darüber sein mag, daß die selbst auferlegten Strapazen nun ein Ende haben, nachdem man sich beim Kehraus nochmal so richtig verausgabt hat, der Kopf brummt und die Stimme heiser ist, so erfaßt die meisten an diesem Tag doch Wehmut, nachdem sie sich vergegenwärtigt haben, daß sie nun wirklich vorbei ist, die "schönste Zeit des Jahres". Noch stunden- und tagelang klingen die Schellen in den Ohren nach, während man an all die schönen Stunden zurückdenkt, die nunmehr der Vergangenheit angehören. Besonders schwer hat es dabei derjenige Narr, der in diesen für ihn "schwersten Stunden" des Jahres von lauter Fasnachtsmuffeln und Nicht-Narren umgeben ist, die sich genau genommen natürlich nur ihrer Narrheit nicht bewußt sind und daher für den närrischen Mummenschanz nichts übrig hatten. Aber gerade diejenigen strömen nun aus unerfindlichen Gründen am Aschermittwoch abend besonders zahlreich in die Gaststätten, um ein oft recht üppiges Aschermittwochsessen zu sich zu nehmen, z.T. in Gaststätten, die während der tollen Tage bewußt geschlossen hatten. Nur ein Beispiel mehr, an dem sich zeigt, daß die Narrheit mit dem Ende der Fasnacht keineswegs vorbei ist, sondern das ganze Jahr über bestens gedeiht, haben wir es hier doch gleich mit zwei "Hauptsünden" zu tun: der Eßsucht und der Habgier. Doch nur der Fasnachtsnarr es weiß, wofür es braucht kein' weitern Beweis, daß Narrheit regiert die ganze Welt, auch wenn es manchem nicht gefällt, die Welt, sie ist ein Narrenhaus, der Narr macht sich ein' Spaß daraus. 'S goht dagega!













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