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Fasnacht in Nordtirol und Südtirol
Von Schellern, Mullern, Wudelen, Wampelern & ihren Artgenossen

Thomas Nussbaumer

In Tirol und Südtirol geht man auf vielerlei Art und Weise in die Fasnacht: als Muller, Matschgerer, Huttler, Schellenschlager, Hex und Bär, Roller, Schnappviech, Wampeler Man zieht den Bloch oder Pflug, tanzt zur Hexenmusig oder vertreibt den Winter mit Schellen- und Glockenklang. Manche Fasnachtsbräuche sind uralt, andere wurzeln in der Jugendkultur und alle schöpfen aus dem blühenden Leben. Neben den großen Umzügen beispielsweise in Telfs, Imst oder Nassereith und vielen Fasnachtslustbarkeiten sind die kleinen Fasnachten mit den im Dorf umherziehenden Fasnachtsbanden ein ebenso besonderes Erlebnis.

Der Musikwissenschaftler und Volksmusikexperte Thomas Nußbaumer war, ausgerüstet mit Kamera und Aufnahmegerät, der Fasnacht in Tirol und Südtirol zehn Jahre lang auf der Spur. In seinem aufwändig ausgestatteten Tiroler Fasnachtsbuch beschreibt er in spannenden Berichten und vielen Bildern die Bräuche und Umzüge an mehr als 60 Fasnachtsorten.

Das Buch ist sowohl ein ethnografisches als auch ein ethnologisches Buch. Nußbaumer beschreibt alle Tiroler Fastnachtorte ohne durch Wertigkeit und Alter zu gewichten. Das hat im vor allem in den alten Tiroler Fasnachtshochburgen wie Imst auch Kritik eingetragen. Doch der Weg ist richtig. Fasnacht ist nicht besser, wenn sie älter ist. Wichtig ist allein, dass sie im Leben der Menschen und in ihrer Gemeinschaft ein Gewicht hat. ,Thomas Nußbaumer führt immer wieder tief in die örtliche Fasnachtsgeschichte und gibt immer wieder erläuternde und erklärende Hinweise

Im Jahr 2012 hat Nußbaumer für dieses Werk den Forschungspreis der Kulturstiftung der schwäbisch-alemannischen Fastnacht bekommen. Das Werk hat es ohne Zweifel verdient ausgezeichnet zu werden. Dennoch muss man sich fragen, warum seit Anbeginn des Preises erst einmal der Hauptpreis in Sachen schwäbisch-alemannischer Fastnacht vergeben wurde. Ansonsten wurden Forschungsarbeiten außerhalb des schwäbisch-alemannischen Gebietes ausgezeichnet. Gründe? Gibt es keine Wissenschaftler, die sich mit der heimischen Fasnet auseinandersetzen? Warum dann dieser Preis. Doch wie gesagt, die vorliegende Arbeit berührt das nicht, denn sie ist vorbildlich.

Fazit: Ein opulentes und beeindruckendes Werk, das in der Bibliothek des europäischen Fastnachtfreundes nicht fehlen sollte.

Wulf Wager


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